Die richtigen Maße für den Waschbeckenunterschrank

Redaktion Badmöbelfinder · Zuletzt geprüft: · 7 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Maßgeblich sind das Waschbecken, die freie Wandbreite und die Lage von Abfluss und Eckventilen. Der Unterschrank sollte zur Breite des Beckens passen, das Becken liegt meist bündig auf oder steht etwas über. Die Höhe ergibt sich aus der gewünschten Oberkante des Beckens. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Siphonausschnitt, Armatur und aufgehende Türen zum Raum passen.

Ein Waschbeckenunterschrank muss gleich mehrere Dinge zusammenbringen: das Becken obenauf, den Abfluss und die Wasseranschlüsse dahinter, die Armatur, und dazu den Platz im Raum. Passt eines davon nicht, steht der Schrank zu weit vor, die Schublade stößt an den Siphon oder die Badtür schlägt gegen die Kante. Mit einem Zollstock und etwas Vorbereitung lässt sich das vermeiden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße Sie vor dem Kauf nehmen sollten und wie Sie Becken und Unterschrank aufeinander abstimmen.

Breite: vom Becken und von der Wand her denken

Die Breite ist das Maß, nach dem die meisten zuerst suchen. Entscheidend sind zwei Werte:

  1. Die freie Wandbreite. Messen Sie, wie viel Platz zwischen Raumecke, Duschwand, Heizkörper oder angrenzendem Möbel tatsächlich vorhanden ist. Planen Sie einige Zentimeter Luft ein, damit Türen und Griffe nicht anstoßen und Fugen sauber bleiben.
  2. Die Breite des Beckens. Wird das Becken mitgeliefert, passt es in aller Regel zum Unterschrank. Wollen Sie ein vorhandenes oder separat gekauftes Becken verwenden, muss der Unterschrank zu dessen Breite und Befestigung passen. Die Angaben dazu stehen im Datenblatt.

Als grobe Orientierung nennt die Wikipedia für normalgroße Waschbecken Maße von etwa 49 × 40 cm bis 68 × 49 cm, für reine Handwaschbecken etwa 35 × 20 cm bis 55 × 35 cm (Waschtisch). Für kleine Gästebäder kommen deshalb schmale Unterschränke infrage, für Familienbäder breitere Modelle oder ein Doppelwaschtisch. In unserer Auswahl können Sie nach Breitenstufen filtern.

Tiefe: Becken, Schrank und Bewegungsfläche

Die Tiefe wird oft unterschätzt. Ein tiefer Unterschrank bietet mehr Stauraum, ragt aber weiter in den Raum. Vor dem Waschtisch brauchen Sie Platz, um bequem zu stehen, sich zu bücken und Schubladen ganz herauszuziehen. Messen Sie deshalb den Abstand von der Wand bis zu Badewanne, Duschtasse, WC oder gegenüberliegender Wand und ziehen Sie die Schranktiefe ab. Was übrig bleibt, ist Ihre Bewegungsfläche.

Achten Sie außerdem darauf, ob das Becken die Schranktiefe übernimmt oder nach vorn übersteht. Ein Überstand ist bei vielen Kombinationen gewollt, damit Wasser nicht an der Schrankfront herunterläuft. Die Gesamttiefe aus Becken und Schrank ist das Maß, das im Raum zählt.

Höhe: von der Oberkante des Beckens aus planen

Bei wandhängenden Unterschränken bestimmen Sie die Höhe selbst, bei stehenden Modellen ist sie durch Korpus und Füße vorgegeben. Die Wikipedia nennt für die Oberkante eines Waschtischs eine übliche Einbauhöhe von etwa 83 bis 86 cm und weist darauf hin, dass sie im Privatbau je nach Körpergröße variieren kann (Waschtisch). Rechnen Sie also rückwärts: gewünschte Oberkante des Beckens minus Beckenhöhe ergibt die Oberkante des Unterschranks.

Ein hängender Waschtisch lässt den Boden frei, was die Reinigung erleichtert. Er braucht aber eine tragfähige Wand. Bei Trockenbauwänden empfiehlt die Wikipedia eine zusätzliche Verstärkung zwischen den Ständern, etwa eine mindestens 20 mm starke Sperrholzplatte oder ein Kantholz (Waschtisch). Lassen Sie im Zweifel einen Fachbetrieb prüfen, ob die Wand geeignet ist.

Siphon, Abfluss und Eckventile

Hinter dem Unterschrank liegen der Abfluss und die beiden Eckventile für kaltes und warmes Wasser. Ihre Lage entscheidet darüber, ob ein Schrank mit Schubladen passt. Die Wikipedia nennt als übliche Werte für die Eckventile eine Höhe von 57 bis 60 cm bei einem Abstand von 15 bis 20 cm zueinander und für das Abflussrohr eine Höhe von 52 bis 58 cm, mittig zwischen den Eckventilen (Waschtisch). Messen Sie die Werte in Ihrem Bad trotzdem nach, denn im Bestand weichen sie häufig ab.

Der Siphon braucht Platz im Schrank. Ein Flaschensiphon benötigt nach der Wikipedia weniger Raum als ein Röhrensiphon, verstopft dafür aber schneller (Geruchverschluss). Viele Unterschränke haben an der Rückwand oder in der oberen Schublade einen Ausschnitt für den Siphon. Prüfen Sie im Datenblatt oder auf der Montagezeichnung, wo dieser Ausschnitt liegt und ob er zu Ihrer Abflusshöhe passt. Schubladen mit U-förmiger Aussparung nutzen den Raum um den Siphon herum.

Armatur und Hahnloch

Die Armatur sitzt meist auf dem Becken, manchmal an der Wand. Prüfen Sie, ob das Becken ein vorgebohrtes Hahnloch hat und wo es liegt. In Deutschland sind Mischbatterien üblich (Waschtisch). Wenn eine vorhandene Armatur weiterverwendet werden soll, achten Sie auf den Abstand zwischen Hahnloch und Wand: Ein Spiegelschrank oder eine Ablage dahinter darf den Hebel nicht behindern. Eine hohe Armatur über einem flachen Aufsatzbecken braucht ebenfalls Platz nach oben.

Abstand zu Wand, Tür und Nachbarmöbeln

Zum Schluss lohnt ein Blick auf alles, was sich bewegt:

  • Badtür: Öffnet sie nach innen, darf sie nicht an Schrankkante oder Becken schlagen.
  • Schranktüren und Schubladen: Sie brauchen Platz zum vollständigen Öffnen, auch neben einem Heizkörper oder in einer Ecke.
  • Fenster und Fensterbank: Bei einem Waschtisch unter dem Fenster begrenzen Fensterbank und Fenstergriff die Höhe eines Spiegels oder Hängeschranks.
  • Steckdosen und Schalter: Sie sollten nach dem Einbau erreichbar bleiben. Änderungen an der Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Passende Modelle

In unserer Auswahl an Waschtischen und Waschbeckenunterschränken können Sie nach Breite, Montage und Ausstattung filtern; Kombinationen mit Becken finden Sie unter Waschtische mit Waschbecken. Einzelne Becken stehen bei den Waschbecken. Die Maße im Detailfenster stammen aus den Angaben der Händler; maßgeblich ist das Datenblatt des Modells.

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Häufige Fragen

Muss das Waschbecken genauso breit sein wie der Unterschrank?

Nicht zwingend, aber Becken und Unterschrank müssen zueinander passen. Bei Sets ist das abgestimmt. Kombinieren Sie selbst, prüfen Sie im Datenblatt, für welche Beckenbreite der Unterschrank vorgesehen ist und wie das Becken befestigt wird.

Was tun, wenn der Abfluss zu tief für die Schublade liegt?

Dann passt entweder ein Schrank mit Türen statt Schubladen, eine Schublade mit Siphonaussparung oder ein flacherer Siphon. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob sich Abfluss oder Siphon anpassen lassen.

Wie hoch hängt man einen wandhängenden Unterschrank?

Gehen Sie von der gewünschten Oberkante des Beckens aus und ziehen Sie die Beckenhöhe ab. Als übliche Oberkante nennt die Wikipedia etwa 83 bis 86 cm; im Privatbau richtet sie sich nach der Körpergröße der Nutzer.

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